An das Team
Silvester. Der Zeitpunkt um Vergangenes zu betrachten und die Zukunft zu planen. Natürlich fallen mir zunächst die zahllosen schönen Erlebnisse ein, die ich als Euer alter Shack mit Euch teilen durfte. Der „Lichtblick“ der Woche – IETD Lauftermin am Dienstag. Später wurde es der Mittwoch. Neben dem sportlichen Anreiz blieb immer Luft für humorvolle, ernsthafte, wissenschaftliche und sexistische Gespräche.
Als sich im Herbst diesen Jahres nach den sommerlichen Biergartenbesuchen das Bellevue fand, war auch der Raum für intensivere Nachbetrachtungen während der IETD Hauptsaison gefunden.
Das ganze Team, zwischenzeitlich ergänzt durch unseren Fotografen Mr. Hurley (mit Verlaub auch ein vortrefflicher Mensch und Lyriker) konnte bei zahlreichen offiziellen Wetttläufen glänzen und dem Teamnamen alle Ehre machen. Hierbei möchte ich mich nochmals bei der treuen Unterstützung durch das Team, insbesondere Mr. Crean, bedanken. Ohne diese wären die letzten Kilometer für den alten Shack oftmals schwerer und die Zeiten schlechter ausgefallen.
Doch viel wichtiger als alle Zeiten: Bis auf kleinere Zipperlein, sind alle von ernsthaften Verletzungen verschont geblieben.
Und dann sind da natürlich die unzähligen Kleinigkeiten wie Tasse, Trockenfleisch und multimediale Geburtstagsgrüße, die mir noch lange in Erinnerung bleiben werden.
Dennoch bleiben wenige Dinge, die mein Herz mit Wehmut treffen: Nur ungern nehme ich zur Kenntniss, dass die James Caird schon lange nicht mehr gesichtet wurde. Wir alle wissen, wie wichtig sie einst für uns war…
Bleiben Streitigkeiten in der Mannschaft. Immer wieder musste ich mit meinen eigenen Augen sehen, wie sich das Team in den Wirrungen des Bürgerparks teilte und die Wiedervereinigung nur Dank glücklicher Fügung und höherem Beistand möglich war. Muss man denn wirklich erst Schiffbruch erleiden bis auch der letzte im Team begriffen hat, dass für ein gemeinsamen Ziel auch persönliche Zugeständnisse erforderlich sind? Männer ich frage Euch: Wie soll man sich da als Boss verhalten? Sicher, das sind junge Männer, sollen sie sich doch auf ihren zweirädrigen Geschossen über Berge quälen, solange sie nur nicht die Mission Iron Endurance aus dem Auge verlieren. Da ist der Kampf um die beste Aussicht beim Landgang und Diskussionen über Bart- und Haarlänge. Alles Kleinigkeiten? Was, wenn diese Dinge aber einen Keil in die Mannschaft treiben? Dann ist es meine verdammte Pflicht einzugreifen. Denn in guten Zeiten ist ein Boss der unwichtigste Mann an Bord, benötigt wird er in stürmischen Zeiten, hier muss er sich beweisen. Notfalls mit einem Donnerwetter, das sich jeder von Euch wünscht, er hätte diesen Sturm nie angezettelt…
Ich wünsche mir und unserem Team für das anstehende Jahr weiterhin viel Spass, sportliche Erfolge, Gesundheit, neue Mitglieder und allzeit eine handbreit Wasser unterm Kiel. Mögen alle gemeinsamen Läufe, Gespräche und Freuden unser Schiff stärken und Streitigkeiten in Angesicht der stolzen Endurance wie ein Eisberg zerschmelzen.
Hochachtungsvoll
Euer Shack
Sir Ernest Henry Shackleton und Familie



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